KREIS WESEL. „Wir brauchen keinen neuen Wasserkopf sondern müssen die Köpfe, die sich mit Wasserschutz befassen, an einen Tisch bekommen" – CDU-Kreistagsmitglied Arndt Cappell-Höpken (Hünxe) begründet so plastisch, warum seine Fraktion im Kreistag am 30. März den Antrag der Grünen ablehnen wird, nach dem die Kreisverwaltung ein Konzept für eine grundwasserschonende Landwirtschaft im Kreis als Modellregion entwerfen soll. „Es sind doch längst landesweit geltende Regelungen getroffen. Da macht es überhaupt keinen Sinn, für den Kreis Wesel noch weitere Vorschriften darauf zu packen", unterstreicht Cappell-Höpken, selbst Landwirt und Vorsitzender des CDU-Agrarausschusses im Kreis Wesel. Das von den Grünen betriebene Projekt sei vielmehr brandgefährlich: „Es bringt vor allem die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe in Existenznot".

Und tatsächlich steht gerade die Landwirtschaft im Fokus der Grünen-Initiative; sie soll im Wesentlichen verhindern, dass eine Überdüngung von Äckern das Grundwasser über Gebühr mit Nitrat belastet. „Aber auf diesem Weg sind wir doch längst erfolgreich unterwegs", betont Arndt Cappell-Höpken: Kreisweit würden bereits 460 Betriebe insgesamt 4600 Hektar unter „Kooperationsberatung" bewirtschaften. Was bedeutet: Wasserwerke, Landwirtschaftskammern und Landwirtschaft legten gemeinsam fest, wie die Landwirte auf ihren Betrieben grundwasserschonend wirtschaften. In der Bezirksregierung und im „Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz" werde an zusätzlichen „Beratungskulissen" gearbeitet, die weitere 854 Landwirte in unterschiedlichster Intensität betreffen würden. „Hier für den Kreis Wesel noch weitere Sondermaßnahmen draufzusatteln, machte überhaupt keinen Sinn", argumentiert der CDU-Politiker.

Die Ausweisung einer Modellregion sei aber nicht nur nutzlos, sondern bedrohlich: Wenn beispielsweise der Bau neuer Siloplatten zur Pflicht würde oder von neuen Düngelagern, würde das Investitionen von vielen tausend Euro bedeuten. Geld, das gerade die kleinen Höfe nicht haben. Die finanzielle Förderung, von der im Grünen-Antrag die Rede ist, gleiche das nicht annähernd aus. „Dann wird sich für viele Betriebe die Frage der Hofnachfolge aus einem ganz neuen Blickwinkel stellen – dass nämlich ein Weitermachen in der nächsten Generation wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn mehr macht. Die Modellregion brächte also den ,Todesstoß‘ gerade für diejenigen, die wir eigentlich so dringend erhalten möchten: die landwirtschaftlichen Familienbetriebe, die in der Region verbrauchernah produzieren".

Außerdem würde die Ausweisung einer Modellregion zur kostspieligen Aufblähung des Verwaltungsapparates führen, in dem Aufgaben doppelt erledigt werden müssten. Insofern mache nur ein klares „Nein" zum Grünen-Antrag Sinn. Arnd Cappell-Höpken: „Die Verwaltung kann mit dem heute schon vorhandenen Instrumentarium alleine alles tun, was für den Grundwasserschutz nötig ist". Wenn und wo nötig, könnten ergänzend Arbeitsgruppen gebildet werden, „aber das ist ein normales Verwaltungshandeln".

Kreistags-Kooperation: Es gibt keine Kündigungen zur Konsolidierung des Haushalts – und Dr. Müller weiß das.

KREIS WESEL. „Unser Wort gilt: Bei unserem Engagement, die Finanzen des Kreises Wesel auf eine solide Basis zu stellen, wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben“. Das stellt Frank Berger nachdrücklich fest. Dabei spricht der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Weseler Kreistag auch im Namen der Kollegen von Bündnis 90/ Die Grünen sowie FDP/ VWG. Sie reagieren damit auf Vorwürfe, die Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) ebenso wie die SPD-Fraktion gegen die drei Partner der Kreistags-Kooperation erhoben. Der Spitzen-Genosse im Kreishaus und die ihn stützenden Sozialdemokraten hatten die politische Mehrheit dafür gerügt, dass durch ihre Überlegungen zum Kreishaushalt nun eine Mitarbeiterin der Verwaltung um ihre berufliche Zukunft bange. Frank Berger dazu: „Statt erkennbar um den großen Auftritt bemüht herauszuposaunen, er stelle sich vor die Mitarbeiterin, hätte der Landrat ihr mit wenigen Worten beruhigend die Situation erläutern und alle Ängste nehmen können“. Offenbar habe Dr. Müller die Gelegenheit gesehen, die Sorgen der Mitarbeiterin für seine Zwecke zu nutzen und wieder einmal die Arbeit der Kreistagskooperation in Misskredit zu bringen.
Auch Heinz Dams, Fraktionsvorsitzender von FDP/ VWG, sieht eine klare Linie im Handeln Dr. Müllers: „Seit Jahren lassen weder der Landrat noch seine SPD-Fraktion ernsthaft Bereitschaft erkennen, uns als Kooperation bei der engagierten Suche nach Einsparmöglichkeiten zu unterstützen“. Deshalb hatte die Mehrheit aus CDU, Bündnis90/ Die Grünen sowie FDP/ VWG die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) NRW als unabhängige Experten beauftragt, die Finanzlage zu analysieren und Ideen vorzustellen wo die Verwaltung modernisiert und wo Kosten gespart werden könnten. Das Ergebnis dieser Expertise war eindrucksvoll: „Die GPA hat uns gezeigt, dass Dr. Müllers Kreisverwaltungs-Konstruktion alles andere als optimal ist und wie wir dem Kreis und damit den Menschen, die hier leben, Ausgaben in Millionenhöhe ersparen können“, sagt Hubert Kück (Bündnis 90/ Die Grünen). Die GPA habe 79 Handlungs- und Konsolidierungsfelder beschrieben, in denen umorganisiert und gespart werden kann.
In einer dieser Empfehlungen befasste sich die Gemeindeprüfungsanstalt mit der Stelle einer Mediengestalterin, die die Experten nicht als eine Kernaufgabe einer Kreisverwaltung ansahen und deren Arbeit nicht zwangsläufig mit einer eigenen Kraft im Kreishaus erledigt werden müsse. Konsequenterweise schlugen die Fachleute vor, diese Stelle mit einem „kw“-Vermerk zu versehen. Das bedeutet: „künftig wegfallend“; das heißt gerade nicht, dass jemand entlassen wird, denn betriebsbedingte Kündigungen haben CDU, Bündnis90/ Die Grünen und FDP/ VWG immer ausdrücklich ausgeschlossen; und das ist ein vollkommen normales Vorgehen beim Planen der sorgfältigen und zukunftssicheren Personalstruktur einer Behörde. Ein Schritt, der keinem Mitarbeiter Angst machen muss. Frank Berger: „Ein ,kw‘-Vermerk heißt doch nur, dass die so markierte Stelle wegfällt, wenn sie irgendwann einmal frei werden sollte. Das kann in Jahren sein, möglicherweise sogar in Jahrzehnten. Nämlich dann, wenn der oder die heute dort Beschäftigte diese Stelle aufgibt“. Und das ist nach Überzeugung von Heinz Dams auch Dr. Müller klar: „Wir als Kooperation bedauern deshalb ausdrücklich, dass der Landrat jetzt vorgibt, die Interessen der Mitarbeiterin zu wahren, sie in Wirklichkeit aber mit ihren Sorgen in die Öffentlichkeit zerrt und am Ende doch nur Argumente sammeln will, warum er mit der SPD weiterhin in der bekannten Blockadehaltung gegen unsere Sparbemühungen hocken bleiben will“.
Tatsächlich ergeben sich erst zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus einer „kw“-Stelle die Einsparungen im Personalbereich, die die GPA ermittelte. „Wir sehen hier also eine langfristige Planung“, beschreibt Hubert Kück. Frank Berger weist darauf hin, dass es in der GPA-Expertise eine Reihe weiterer Empfehlungen gibt, deren Effekte sich erst in späteren Jahren einstellen werden. Nämlich dann, wenn „durch unsere konsequente Arbeit aus der Behörde, die sich Dr. Müller nach eigenen Vorstellungen maßgeschneidert hat, die effiziente und zukunftssichere Verwaltung geworden ist, die die Menschen im Kreis Wesel brauchen“.

Kreistags-Kooperation setzt auf seriöse Finanzplanung
SPD-Umfrage zur KFZ-Zulassungsstelle Moers ist Effekthascherei und purer Populismus

„Das Spiel mit den Ängsten der Menschen ist keine Basis für eine seriöse Politik“. Das schreibt Frank Berger, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag Wesel, der Moerser SPD ins Stammbuch. Mit einer so genannten „Bürgerbefragung“ wollten deren Rheinkamper Genossen den Eindruck erwecken, die Kreistagsmehrheit aus Christdemokraten, Bündnis 90/ Die Grünen sowie FDP/ VWG hätten klammheimlich das „Aus“ für die KFZ-Zulassungsstelle in Moers besiegelt. Frank Berger spricht Klartext: „Das ist nicht wahr. Kraftzulassungsstelle MoersDas ist ein Spiel mit ,alternativen Fakten‘ aus dem Werkzeugkasten der Populisten, das am Niederrhein nicht Schule machen darf“. Heinz Dams, Vorsitzender der FDP/ VWG-Fraktion, legt nach: „Aus billiger Effekthascherei bringt die SPD die Anstrengungen der Kreistagskooperation in Misskredit, die Finanzen des Kreises auf eine solide Basis zu stellen.“ Dabei ist genau dieses Engagement bitter nötig, stellt Hubert Kück (Bündnis 90/ Die Grünen) klar.

Nicht von ungefähr habe die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde den Kreistag ausdrücklich ermuntert, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: „Der Kreis sollte weiter an einem strategischen und nachhaltigen Konzept zur Haushaltskonsolidierung arbeiten“, betonte Regierungspräsidentin Anke Lütkes im Zusammenhang mit dem Etat 2016. Besonders die Zusammenarbeit mit der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA NRW), die von der SPD-Kreistagsfraktion als Geldverschwendung kritisiert worden war, birgt nach Einschätzung der Regierungspräsidentin „großes Potenzial für kluge haushaltspolitische Entscheidungen“.

„Und am Ende stand ja auch ein hervorragendes Ergebnis“, fasst Frank Berger zusammen: „Die GPA hat genau 79 Handlungs- und Konsolidierungsfelder beschrieben, in denen umorganisiert und gespart werden kann. Zum Wohle der Menschen im Kreis Wesel. Denn die werden so von Kosten entlastet, die ihnen Landrat Dr. Müller und an seiner Seite die SPD ansonsten aufgebürdet hätten.“ Schon im Haushaltsjahr 2017 könnten beim Kreis Ausgaben von mindestens 670.000 Euro gespart werden. Bis 2021 wären insgesamt sogar bis zu 20 Millionen Euro Einsparungen möglich. Hubert Kück ist überzeugt, dass „die Menschen im Kreis von uns als Politikern erwarten, dass wir sparsam wirtschaften.“ Deshalb „sichten wir nun die Vorschläge und die Gedanken der Gemeindeprüfungsanstalt“, so Heinz Dams.

In vielen Beratungsrunden werde Detail um Detail besprochen. Dazu gehöre auch die von der GPA aufgeworfene Frage, wie die KFZ-Zulassungsstelle in Moers zukunftsfähig aufgestellt werden könne. Frank Berger: „Dieser Prozess ist zurzeit in vollem Gange. Am Ende werden wir genau abwägen, was aus dem GPA-Papier umgesetzt werden kann. Was aus politischen Gründen geändert werden sollte oder was bestehen bleiben muss, auch wenn es Mehrausgaben bedeutet. Die Menschen im Kreis Wesel können sich darauf verlassen, dass wir verantwortungsvoll einen fairen Beschluss fassen“.

Ein solches Konzept habe die SPD leider nicht zu bieten. Frank Berger: „Trotz der großen Finanzprobleme des Kreises sehen wir hier leider nur die seit Jahren bekannte Blockadehaltung. Nun bricht die SPD Moers einen Einzelaspekt aus dem großen Diskussionspaket heraus und warnt die Menschen vor Bedrohungen, die es gar nicht gibt. Statt solcher populistischer Manöver sollten sich die Genossen besser selbst um eine vernünftige Haushaltsplanung kümmern und den Menschen im Kreis Wesel so nutzen.“

Das Thema Burghofbühne stand im gerade zu Ende gegangenen Jahr häufig auf dem Spielplan der Politik. Allzu oft von Laien-Mimen inszeniert als billiges Drama ohne Substanz. Daneben gab es allerdings auch die ernst zu nehmenden Situationsanalysen, die sich mit der Perspektive der Landesbühne in einer Zukunft auseinandersetzten, in der die finanzielle Unterstützung durch den Kreis Wesel nicht mehr im selben Umfang fließen kann wie zuvor. „Es war klar, dass die Unkenrufe aus dem linken politischen Lager ideologisch begründeter Unsinn gewesen sind und freuen uns nun, dass wir mit unserem Weg der Burghofbühne eine solide Basis für ihre künftige Arbeit geben konnten“, unterstreicht Frank Berger als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Es ist ein Kurs, auf dem das Landestheater nicht länger weinerlich nach möglichst hoher Fremdfinanzierung verlangt, sondern vielmehr auf die Kräfte der Selbstheilung setzt und konsequent seine eigenen Anstrengungen verstärkt, das finanzielle Fundament der Bühne zu stärken.

Darüber hinaus kann die Burghofbühne auf den Kreis Wesel als engagierten Partner zählen: „Bereits bei den Haushaltsberatungen im Dezember vorigen Jahres haben wir gemeinsam mit Bündnis 90/ Die Grünen sowie FDP/ VWG als Kreistagsmehrheit diesen Weg definiert und insgesamt 1,15 Millionen Euro bewilligt, die der Kreis der Dinslakener Bühne bis zum Jahr 2022 überweist“, erklärt Berger. Das sei enorm viel Geld in einer Zeit, in der es keine weiteren finanziellen Belastungen der Städte und Gemeinden durch den Kreis geben dürfe, damit die Kommunen ihre Handlungsfähigkeit behalten beziehungsweise zurückgewinnen konnten. In vielen Gesprächsrunden und ungezählten Beratungsstunden hat die Kreistags-Kooperation eine Fülle von Ausgabepositionen auf den Prüfstand gestellt. Frank Berger: „Anders als Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) und die Sozialdemokraten haben wir bei der Etatberatung unsere Hausaufgaben gemacht und sinnvolle, vertretbare Kürzungen definiert“.

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Ja, Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) macht Sparvorschläge – jetzt, wo er es offensichtlich nicht mehr vermeiden kann, weil die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) NRW im Kreishaus war. Dass diese unabhängigen Experten das Verwaltungsgebilde durchleuchten sollten, das Dr. Müller sich nach eigenen Vorstellungen maßgeschneidert hat, hatte die Kreistagsmehrheit aus CDU, Bündnis 90/ Die Grünen sowie FDP/ VWG schon Ende 2014 gefordert, auf den Weg gebracht und bei der Beratung des Kreishaushaltes vor einem Jahr beschlossen.

Berger„Das nun vorliegende Ergebnis belegt, dass Dr. Müllers Kreisverwaltungs-Konstruktion alles andere als optimal ist“, fasst Frank Berger als Vorsitzender der CDU-Fraktion zusammen: „Die GPA hat genau 79 Handlungs- und Konsolidierungsfelder beschrieben, in denen umorganisiert und gespart werden kann. Zum Wohle der Menschen im Kreis Wesel. Denn die werden so von Kosten entlastet, die ihnen Dr. Müller und an seiner Seite die SPD-Fraktion ansonsten aufgebürdet hätten.“ Die Kritik der Sozialdemokraten, die in das GPA-Projekt investierten 200.000 Euro seien herausgeworfenes Geld, sei blanker Unsinn: Schon im Haushaltsjahr 2017 könnten beim Kreis Ausgaben von mindestens 670.000 Euro gespart werden. Bis 2021 wären insgesamt sogar bis zu 20 Millionen Euro Einsparungen möglich. Weiterlesen ...