Bovenkerk„Der Interessensausgleich zwischen den Menschen, die durch die Folgen des Salzbergbaus betroffen sind, und den Bergwerksbetreibern muss konsequent vorangebracht werden", betont CDU-Kreistagsmitglied Udo Bovenkerk. Als Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses im Kreistag hatte der Christdemokrat aus Hamminkeln nach einer Bürgerversammlung in Büderich den Anstoß zur Einberufung eines „Runden Tisches Salzbergbau" gegeben. Nachdem dessen erste Sitzung nun als Beginn eines konstruktiven Dialoges gewertet werden kann, macht sich Udo Bovenkerk dafür stark, den Gesprächsfaden weiter zu spinnen. Und zwar so bald wie möglich. Die CDU formulierte deshalb den Antrag, der von drei weiteren Fraktionen mitgetragen wird und in dem die Politik die Kreisverwaltung bittet, die nächste Veranstaltung im zweiten Quartal dieses Jahres vorzubereiten; damit könnte der nächste Runde Tisch im dritten Quartal 2018 durchgeführt werden.

„Wir wollen, dass die dafür nötigen Haushaltsmittel in Höhe von 3000 Euro bereitgestellt werden. Denn dieses Geld ist denkbar gut angelegt". Das ist Udo Bovenkerk vollkommen klar: „Bei unserem ersten ,Runden Tisch Salzbergbau‘ ist die Notwendigkeit deutlich geworden, dass alle Beteiligten ihre Erfahrungen zum Thema Salzbergbaugeschädigte erläutern und diskutieren müssen". Idealerweise sollte eine Erweiterung des Teilnehmerkreises dabei helfen, Unklarheiten auszuräumen und auch einem Erfahrungsaustausch dienen. Deshalb ist es für die CDU ein Kernanliegen in dem gemeinsamen Antrag, für die nächste Sitzung auch Vertreter der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (LINEG) einzuladen, ebenso des Unterausschusses für Bergbausicherheit im nordrhein-westfälischen Landtag sowie um Vertreter der „Schlichtungsstelle Bergschaden NRW" - zumal deren Beisitzer Ulrich Behrens in seiner Funktion als Geschäftsführender Vorstandssprecher des Landesverbandes Bergbaubetroffener NRW bei der Premiere des „Runden Tisch Salzbergbau" in Wesel präsent war, dort sowohl seinen Sachverstand und als Rheinberger auch seine Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten einbrachte.

Gemeinsamer Antrag 'Runder Tisch Salzbergbau'

Nun ist das gute Ende zum Greifen nahe: Der Weg zur Zusammenführung der beiden Berufskollegstandorte ist bereitet. Wie wichtig das für die Entwicklung der Stadt und darüber hinaus für den Ausbau der Ausbildungslandschaft im Umland ist, unterstreichen Heike Terhoff, Heinrich Vahnenbruck und Reinhold Butzkies ausdrücklich. Die drei CDU-Politiker vertreten die Interessen Dinslakens als Mitglieder des Kreistages.
Die drei Christdemokraten haben dabei hautnah miterlebt, wie bei der Standortsuche verschiedene Varianten durchgespielt wurden.

Zum Hintergrund: An beiden bisherigen Berufskollegstandorten in Dinslaken besteht erheblicher Investitionsbedarf; statt die Finanzkraft zu teilen und an zwei Stellen die Substanz nachzubessern, soll nun konzentriert an einem Standort eine zukunftssichere Lösung geschaffen werden. Reinhold Butzkies: „Wir sind froh, dass die Gespräche über die Bereitstellung der erforderlichen Grundstücke an der Wiesenstraße nun zu einem guten Erfolg geführt haben". Gegenüber anderen diskutierten Varianten hat dieser Standort entscheidende Vorteile. Heike Terhoff: „Durch die zentrale Lage – der Bahnhof und auch der Öffentliche Personennahverkehr insgesamt sind zu Fuß ganz bequem zu erreichen – wird das Berufskolleg als wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens wahrgenommen. Außerdem bringt die Schule buchstäblich Leben in die Innenstadt". Das in einem ersten Schritt eine Sporthalle für den Schul- und für den Vereinsbetrieb geschaffen werden soll, wertet Heinrich Vahnenbruck als konsequente und überzeugende Lösung: „Die vorhandene Turnhalle ist ohnehin marode und hätte ersetzt werden müssen".

Die Lage ist ernst. Wie ernst merkt jeder, der im Sommer mit dem Auto unterwegs ist. Früher war die Windschutzscheibe voll mit Insekten – heute ist das anders: In den vergangenen 30 Jahren sind 80 Prozent der Insektenmenge verloren gegangen. Das hat die in Berlin ansässige Stiftung für Mensch und Umwelt festgestellt. Auch die CDU-Fraktion im Weseler Kreistag hält diese Entwicklung für besorgniserregend. Deshalb holen die Christdemokraten das Thema bei der Suche nach Wegen für eine Trendwende auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses.

Denn Insekten sind klein, bedroht – und unentbehrlich. Sie bestäuben Pflanzen und dienen anderen Tieren als wertvolle Nahrung: Insekten sind ein wesentlicher Bestandteil im Gleichgewicht der Natur. Neue Wildblumenwiesen könnten beispielsweise helfen als geeigneter Lebensraum der kleinen Nützlinge. Aber sie können nach Überzeugung der Christdemokraten nur einer der Bausteine sein, den möglichst viele Beteiligte am Ende zum stimmigen Mosaik einer überzeugenden Lösung vereinen. Die CDU-Fraktion im Kreistag spricht sich deshalb grundsätzlich für ökologische Maßnahmen aus, die auch im Einklang und mit Unterstützung der Landwirtschaft möglich sind. Deshalb sollten neben Projekten aus dem Vertragsnaturschutz weitere Maßnahmen ermöglicht werden. Beispielsweise Blührandstreifen als biologische Ausgleichsmaßnahmen.

Vorbildlich ist nach Einschätzung von Udo Bovenkerk, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, das Projekt „Summendes Rheinland“, das auch bei der „Grünen Woche“ im vergangenen Jahr vom Bundesumweltministerium als zukunftsweisend ausgezeichnet wurde. Ziel des Projektes ist es, die Lebensbedingungen für bestäubende Insekten in einer intensiv bewirtschafteten Region zu verbessern. Blühende Säume und Zwischenfrüchte bieten Bienen, Fliegen und Schmetterlingen wertvollen Raum zur Nahrungssuche, Fortpflanzung und Überwinterung. Das Projekt läuft über die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft.

Die CDU-Fraktion bittet die Kreisverwaltung, den vielschichtigen Themenkomplex aufzubereiten und in Zusammenarbeit mit Vertretern der Landwirtschaft und des Naturschutzes mögliche Maßnahmen zu erörtern als Basis für eine Diskussion um Umweltausschuss.